Bundesarbeitsgemeinschaft Ärzte für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung e.V.
 
 
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Über die BAG e.V.

Menschen mit geistiger Behinderung können erkranken wie andere Menschen auch und sind dann auf eine gute medizinische Versorgung angewiesen. Eine fachgerechte medizinische Betreuung dieser Personengruppe hat erst eine Geschichte von knapp 200 Jahren. Besonderheiten im Erleben und Verarbeiten von gesundheitlichen Störungen und die Tatsache, dass häufig Mehrfachbehinderungen und spezifische Erkrankungsrisiken bei Menschen mit geistiger Behinderung vorliegen, setzen besondere Qualifikationen der betreuenden Ärzte und interdisziplinäre Zusammenarbeit voraus. Das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Erkrankungen und das gehäufte Auftreten psychiatrischer, neurologischer und orthopädischer Erkrankungsbilder muss bei der gesundheitlichen Versorgung beachtet werden. Familien, Psychologen und Pädagogen sind in die Gesundheitssorge von Menschen mit geistiger Behinderung dicht eingebunden.

Internationale Erhebungen haben gezeigt, dass eine Vernachlässigung der besonderen gesundheitlichen Bedürfnisse geistig behinderter Menschen erhebliche Risiken für diese Personengruppe in sich birgt. Normalisierte Lebensbedingungen für behinderte Menschen setzen spezielle Kompetenzen in der ambulanten Versorgung voraus. In Deutschland gibt es bislang zu wenig spezialisierte Angebote für die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung, regionale Unterschiede sind zudem sehr groß.

Um die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung zu verbessern haben sich Ärztinnen und Ärzte in Deutschland seit etwa 20 Jahren in regionalen Arbeitsgemeinschaften, Süd- und Norddeutschland, engagiert. Anlässlich des Kongresses zur Behindertenmedizin 2001 in Kassel entstand aus den bestehenden Arbeitsgemeinschaften die „Bundesarbeitsgemeinschaft für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung e.V.“. In ihr haben sich Ärztinnen und Ärzte zusammengeschlossen, die schwerpunktmäßig für geistig- oder mehrfachbehinderte Menschen tätig oder an der Thematik interessiert sind.

Arbeitsschwerpunkte der Bundesarbeitsgemeinschaft sind:
Erarbeitung von Qualitätsstandards in der medizinischen Begleitung von Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung,
Förderung interkollegialer fachlicher Kontakte,
Eröffnung von Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und Organisation von Fortbildungsveranstaltungen,
Unterstützung wissenschaftlicher Forschung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung unter absoluter Wahrung ihrer Persönlichkeitsrechte,
Medizinisches Informationsangebot für Betroffene, Angehörige und Begleiter,
Aktive Mitarbeit in nationalen und internationalen Fachgremien.

Lesen Sie hier über den Kasseler Kongress 2001 und die Kasseler Erklärung

 
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